Phylis's Blog

08.08.08

phylis | 17 September, 2008 02:53

Ich bin nun noch nicht ganz eine Woche in den USA, aber ich kann wirklich schon sagen, dass die USA doch einige Angewohnheiten haben, die ich als Deutsche doch nicht so recht teile.
Zum einen findet man hier die Fastfoodketten MC Donalds, Burger King, Applebees sowie alle anderen Arten von Roadhouse wie Sand am Meer. An jeder Ecke sind mindestens 5!!! Ich wusste ja, dass dies hier mehr verbreitet ist, aber das es so extrem ist hab ich nicht gewusst.
Da ich in der Marching-Band bin, heute hatte ich Band-Fitting. Was bedeutet, dass man in die riesigen Umkleiden der nicht grade kleinen eigens für die Marching Band gebaute Halle geschleust, um dort Station für Station der perfekte Uniform zu bekommen. Wenn die Hose auch nur einen cm zu lang ist, muss das geändert werden, was bedeutet, dass man Stundenlang beim Zuschneiden warten bis die Mütter erstmal die gesamten Nähte der Hose geöffnet haben und danach wird alles perfekt vermessen. Abgesehen davon, dass ich allein 4 Uniformen bekommen habe, gab es bestimmt mehr als 30 verschiedene Uniformen für alle möglichen Anlässe. Man bemerke für 1(!!!) Band.

06.09.08

phylis | 06 September, 2008 03:18

So hier nun die Berichte über meine Gastfamilie. Meine Gasteltern sind ein älteres Ehepaar, das es einfach mal gern hat, wenn ein wenig Leben im Haus ist und sich deswegen jedes Jahr eine Austauschschülerin und einen Hockeyspieler ins Haus holt. Mein Vater arbeitet nicht mehr und liebt es deswegen Kekse zu backen, Kuchen zu backen oder alle möglichen Gerichte zu kochen. Auch stellt er sich gerne und bereitwillig als Taxi zur Verfügung. Ich hab jetzt auch schon meine ersten Highschooltage hinter mich gebracht und kann wirklich sagen es ist einfach mal anders. Man hat eben jeden Tag die gleichen 6 Fächer und man läuft eben von Klassenraum zu Klassenraum. Das stellt sich allerdings bei meiner Schule teilweise etwas schwierig dar, da meine Schule etwa 8000 Schüler hat und 3 Highschools von etwa 2500 Schülern beinhaltet. Mit anderen Worten, wenn man ein wenig Pech mit dem Stundenplan hat, darf man in jeder 5 Minuten Pause zu einer anderen Highschool rennen und nur hoffen, dass man wenigstens einigermaßen pünktlich ist. Ich wurde allerdings auch eines Besseren belehrt, was die Pünktlichkeit der Deutschen angeht. Die amerikanischen Schüler sind allesamt pünktlich, ich hab noch nicht einmal mitgekriegt, dass jemand zu spät gekommen ist. Wenn ich mich dann mal an Deutschland erinnere, wo der Lehrer meistens froh ist, wenn alle Schüler 10 Minuten nach Unterrichtsbeginn langsam mal eingetrudelt sind, ist das doch ein einigermaßen großer Unterschied. Ich wurde allerdings heute gefragt ob es denn in Deutschland immer noch schneit… von meinem Mathelehrer!!! Ich weiss nicht, wann es das letzte Mal geschneit hat und ich weiss auch nicht wo er das Gerücht her hat, aber interessant ist es ja doch. Natürlich haben wir auch einen Dress-Code, der dieses Jahr wohl geändert wurde, worüber die Mädels natürlich mal gar nicht begeistert sind. Die meisten Schülerinnen kümmern sich einfach nicht drum und tragen einfach riesige Schlabberpullis, die ja nicht zuviel Haut zeigen und damit dem Dress-Code entsprechen. Einige allerdings kümmern sich einfach nicht um den Dress-Code und tragen was auch immer ihnen grade einfällt. Das hat natürlich seine Konsequenzen. Vom Security-Service ( sieht aus wie die Polizei und benimmt sich so, ist es aber nicht) natürlich sofort aufgehalten, dürfen die dann Kartoffelsackartige Verhüllunggewänder tragen.
Am ersten Schultag in jedem Jahr, ist jede Stunde nur 20 Minuten lang, um einfach seine Klassen und seine Klassenräume (wahrscheinlich das Wichtigere) kennenzulernen. In diesen Schulstunden hat mir jeder Lehrer erzähle, dass man gute Noten natürlich nur durch Arbeit kriegt und was man denn alles zutun hat usw. Auch hat mir jeder einzelne erzählt, was für eine Anspruchsvolle Klasse und wie bekannt diese Klasse über das ganze Land ist.

22.08.08

phylis | 22 August, 2008 03:14

Gerstern war Movienight, was bedeutet, dass alle möglichen Bilder vom Camp gezeigt wurden. Das Ganze wurde dann mit Musik untermalt und war das Highlight des Tages. Heute morgen hatten wir´, wie jeden morgen, einen Visual Block Band Practise. Die ersten 30 Minuten war keiner so wirklich wach oder motiviert. Immerhin ist heute Freitag und wir hatten die ganze Woche den ganzen Tag Training.
Allerdings sah das der Staff anders. Nach einer 15-minütigen Krisensitzung wurden dann die Sectionleader aufgefordert  ihre Sektion zu motivieren. Fragt mich nicht, was diese 15 Minuten wie wild diskutiert wurde. Danach war das Training natürlich umso härter, wir hatten ja 1 Stunde kostbare Zeit verloren.
Heute beim Lunch sind dann die Jungs aus der Kabine, in welcher wir unsere Streiche gemacht haben, erhaben durch die Dining Hall marschiert. Zuerst ist uns das gar nicht Ungewöhnlich vorgekommen, bis dann einer Freundin auffiel, dass der eine Junge eine Flagge, die in unsrem Zimmer hing wie ein Königsmantel um sich gebunden hatte. Natürlich war das Essen damit für uns beendet und wir machten uns schnellstmöglich auf den Weg zu unserer Kabine, in welcher ein Baum stand. Auch die Betten waren nicht mehr so richtig zu erkennen, geschweige denn zu benutzen,
Nun sitze ich hier in meiner heiligen Resttime, die ich wirklich zu lieben gelernt habe. Allerdins habe ich jetzt mein Instrument reinzuholen, da gerade durch Walki-Talki-Durchsage kam, dass es regnet.
Natürlich wird auch alles auf Video aufgenommen und danach professionell zusammengeschnitten und nach der Saison als DVD verkauft.

21.08.08

phylis | 21 August, 2008 03:12

Ich hatte die letzten Tage leider nicht genug Zeit all das hier hereinzuschreiben, was ich auch erlebt habe und versuche jetzt das alles nachzuholen. Ich mir aber auch ziemlich sicher, dass ich das meiste vergessen werde.
Am Dienstag meinten die Jungs dann unsere Hütte ein wenig umzudekorieren. Danach konnten wir diese nur leider nicht mehr betreten, weil alles zugeklebt war! Und damit meine ich wirklich alles. Unsere Betten, Toiletten, Duschen usw… Natürlich musste danach zurückgeschlagen werden. Das war dann natürlich das Ereignis und alle waren total aufgeregt!
Unter anderem ist es hier auch üblich, dass die Senior-Tänzer ( Seniors sind der Abschlussjahrgang) nach dem Essen einen Tanz vorführen, dass in den Pizza- Nächten 70 Familien- Pizzas bestellt werden und weiteres. Natürlich hat die Plymouth-Canton-Marching-Band auch ihre eigenen 3 LKWs und etliche Kleinfahrzeuge, damit die freiwilligen Helfer zB die Getränke nachfüllen und immer schön kühlen können. Der Angestellte “Staff” ist ein aus ungefähr 25 Personen bestehendes Team. Darunter Musiklehrer für jedes Instrument, Marching-Lehrer, Krankenschwestern usw. Alle Eltern ( in jeder Hütte müssen entweder 2 Mütter oder 2 Väter sein je nach Jungen oder Mädchen-Hütte) , Drum Majors und der gesamte Staff sind die ganze Zeit durch Walki-Talkis miteinander verbunden. Dadurch erfährt man immer alle Neuigkeiten und es ist natürlich auch alles unter Kontrolle.
Gestern sind dann die Seniors zu einer wundervollen Klippe ( Pyramid Point) gefahren, anstatt Proben zu haben, und haben ganz viele Fotos gemacht. Eine weitere Tradition ist, dass Nacht die Drumline uns ein kleines Konzert gibt, natürlich nur die Jungs den Mädchen. Und auch die Saxofone haben uns heute abend ein wundervolles Konzert gegeben.
Hier regnet es auch Post. Ich meine eigentlich sehen die meisten Familien ihre Kinder grade mal 5 Tage nicht und trotzdem kommt für jedes Kind jeden Tag ein Brief an. Stolzerweise hab ich auch 2 Briefe von meinen Host-Parents bekommen.
Im Band-Camp gibt es unglaublich viele Traditionen, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, wie zum Beispiel, dass die Freshmen ( Neuzugänger)
In den ersten Tagen von den Seniors witzig bemalte T-Shirts tragen müssen. Außerdem dürfen die Seniors immer zuerst essen. Man merkt sicher schon, dass es seine Vorteile hat ein Senior zu sein.
Allerdings wird auch alles auf Video aufgenommen, was heißt, dass bei jeder Probe, bei jedem Ausflug und bei jeder Aktivität ein Kameramann dabei ist und alles aufnimmt. Am Ende der Saison wird dann ein professionelles Video gemacht, die man dann kaufen kann. Wie man merkt, ist jeder, der hier mitmacht mit vollen und ganzem Herzen dabei. Das geht auch gar nicht anders, weil die Musik einfach wunderschön und der Drill fantastisch ist.

19.08.08

phylis | 19 August, 2008 03:10

Gestern hatte ich wohl eines der verrücktesten Erlebnisse in meinem ganzen (zwar noch jungen aber immerhin) Leben. Um 8.00 PM versammelten sich alle vor dem Eingang des Camps, wo dann ein Bus nach dem anderen kommt um alle einzusammeln und sie zu “The Dance” zu bringen. Das Ganze findet dann in einem für 200 Leute kleinen Raum mit Musik statt, man könnte es auch Party nennen. Allerdings ein wenig anders als ich bis jetzt kannte. Schon im Reingehen fangen alle an zu springen. Das ändert sich dann auch die nächsten 2 Stunden, wo dann die Musik ausgedreht wird und alle völlig durchgeschwitzt wieder in ihre Büsse klettert um wieder ins Camp zu fahren. Ich sollte vielleicht anmerken, dass der Fußboden vibriert hat, sodass man eigentlich eine Horde Elefanten erwartet hätte und dass nach 15 Minuten der Feueralarm wegen der Hitze angesprungen ist. Ausgemacht und gestört hat das keinen.

18.08.08

phylis | 18 August, 2008 03:06

Ich sitze grade auf meine Bett und habe “ Rest-Time “. Das ist eine Stunde, die man in seinem Bett zu verbringen hat, da man sich ja erholen und ausruhen soll. Ein amerikanisches Camp ist, wie man es sich vorstellt. Viel Training, wenig Pause, ganz viel Spaß und natürlich liegen alle um halb 11 im Bett und schlafen. Meinen Freunden zufolge sollen die Busfahrt und “The Dance” die Highlights der ganzen Woche sein. Und das nicht ohne Grund. ES macht wirklich super viel Spaß mit allen im Bus zu sitzen und Lieder von der Marching Band zu singen. Es ist nur anders und auch ein wenig schwierig sich auf alles einzulassen. Aber es scheint auch nicht nur für mich schwierig zu sein, es gab da schon einige komische Situationen. Wie zum Beispiel, als eine Freundin mir ungefähr 5x erzählt hatte, dass sie Durst hat, hielt ich es für angemessen, ihr etwas zu trinken von mir anzubieten. Daraufhin wurde ich von ungläubigen Blicken überhäuft. Bei meinen “ deutschen Freunden “ ist das was ganz normales, ich hatte also noch nicht einmal darüber nachgedacht ob ich jetzt fragen sollte oder es doch lieber bleiben lassen sollte. Aber ich sollte vielleicht noch einmal anmerken, dass alle wirklich super freundlich und hilfsbereit sind und keiner dir wirklich irgendetwas übel nimmt. Die Freundin ist schließlich immer noch meine Freundin.
Eine andere Sache, die mir völlig fremd ist, ist dass sich alle direkt nach der Anreise ( wahrscheinlich gehört das noch zur Anreise) sich daran machen, 2 Stunden lang unser kleines Holzhaus mit allen möglichen mitgebrachten Sachen, wie Poster, Fotos von Freunden oder Stars
( Michael Phelps ganz vorne dabei), riesigen Plakaten mit PCMB
( Plymouth-Canton-Marching-Band). Eigentlich ist alles vorstellbare dabei, von Weihnachtsketten und -sternen bis zu bemalten Namensschildern ist wirklich alles dabei. Und was nicht vorhanden ist wird gebastelt. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man alles nur hineinwirft und froh ist, wenn man wieder draußen ist, ist das natürlich völlig neu.

Jetzt sitzen alle in der Mitte von unserer kleinen Hütte und bemalen T-Shirts, die wir dann anziehen können, wenn wir Practise haben. Ich meine ich hab ja vieles erwartet nur so etwas nicht. Es macht ja wirklich superviel Spaß, doch in Deutschland wäre da einfach mal keiner drauf gekommen.
Kommen wir zu dem Thema Gewicht. Ich sehe das gar nicht so, dass überdurchschnittlich viele Leute fett sind. Es ist nur einfach mal so, das jeder hier 5-10 Kilo mehr wiegt, als derjenige in Deutschland wiegen würde. Hier ist absolute Vollwertkost, wenn man sich einen Hamburger selber macht, in dem man das Brot selber backt etc. oder die Pizza selber belegt. Das ganze dauert zwar länger, ist aber kein bisschen gesünder…

17.08.08

phylis | 17 August, 2008 03:03

Ich bin heute im Away-Band Camp angekommen. Wie schon gesagt andere Länder andere Sitten. Hier steht mit Sicherheit der Erfolg in Vordergrund und nicht unbedingt der Spaß. Ich will damit nicht sagen, dass ich keinen Spaß habe, den habe ich mit Sicherheit. Jeder ist supernett und freundlich und versucht mir überall zu helfen das Versäumte nachzuholen.

03.08.

phylis | 03 August, 2008 23:38

Hier ein paar Worte über das New York Wochenende. Es war eine wirklich schöne Zeit mit überwältigenden Eindrücken und ich kann nur jedem empfehlen, so etwas auch einmal mitzumachen, auch wenn ich immer noch nicht wirklich realisiert habe, dass ich gerade in den USA bin und das hier wirklich alles Realität ist. Alles von den Wolkenkratzern bis zu der Freiheitsstatue waren beeindruckend und die Amerikaner bewiesen jetzt schon unglaubliche Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Höflichkeit. Ich hab ein paar Fotos hochgeladen um meine Eindrücke ein wenig darstellen zu können, denn ein Bild sagt manchmal mehr als Tausend Worte und ich denke das trifft hier mit Sicherheit zu. Ich denke auch klar an den Bildern zu sehen sind die unglaublichen Erlebnisse am TimeSquare, Top of The Rock und die schönen Bilder der 5th Ave, auch wenn ich hier leider anmerken muss, dass NYC nicht unbedingt die schönste Stadt ist, bis auf die bekannten wundervollen Plätze. Es ist alles sehr grau und groß, aber trotzdem beeindruckend. Man kann sich selber manchmal gar nicht davon abhalten nach oben zu gucken, um sich zu vergewissern dass man vor 2 Sekunden richtig geguckt hat, weil die Häuser so groß waren.  Die gesamten Flüge waren zwar eine absolute Katastrophe, da am Abreisetag, Mittwoch unsere Flugorganisation gestreikt hat und am Samstag aufgrund eines Unwetters mein Flug gecancelled wurde. Nach geschockten Stunden und einer Nacht mehr im Hotel hab ich es nun geschafft und sitze hier am Flughafen in Chicago und warte auf meinen Weiterflug nach Detroit. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nun wirklich aufgeregt bin, auch wenn dies vorher doch lange zu warten lies. Ich werde nun in ein paar Stunden zum ersten Mal die Familie sehen, in der ich das nächste Jahr verbringen werde.
Auch meine Englischkenntnisse haben sich schon jetzt enorm gebessert, obwohl ich ja noch nicht wirklich lange hier bin und auch nicht nur den ganzen Tag Englisch rede. Man spricht einfach hier und da ein wenig Englisch und manchmal kommt es sogar so weit, dass man unter deutschen Austauschschülern Englisch redet. Kommentare werden sowieso auf Englisch abgegeben, könnte ja sein, dass sie sonst irgendjemand nicht versteht.

27.07

phylis | 27 Juli, 2008 23:36

Ich bin nun grade auf dem Weg nach Hause. Es sind größere Streiks angekündigt, sodass der Flug in die USA nicht gesichert ist. Jetzt ist die Aufregung eindeutig da. Die Gedanken drehen sich eigentlich um nichts anderes mehr, als das Auslandjahr, welches mir bevorsteht und jedes Gespräch kennt auch kein anderes Thema. Den Großteil meiner Familie werde ich nun nicht mehr so schnell wiedersehen und das ist kein schönes Gefühle, auch wenn ich weiß, dass ich sie nicht so sehr vermissen werde, da ich ja nun doch abgelenkt bin. Ich freu mich total bald meine Gastfamilie zu sehen und all die Freunde, die ich jetzt schon über Facebook ( Das englischsprachige SchuelerVZ)  kennengelernt habe. Es haben mir schon viele zukünftige Mitschüler und Freunde der Familie geschrieben und ich bin überzeugt, dass mir dies sehr helfen wird. Eigentlich erzähle ich jeder Person, mit welcher ich auch nur ansatzweise ein Gespräch anfange, dass ich demnächst ins Ausland gehe. Ich bin einfach unglaublich stolz darauf und freu mich tierisch auf die ganzen tollen Erfahrungen und Erlebnisse, die ich dort mache und haben werde. Andererseits wird mir natürlich auch langsam klar, dass sich in meinem Leben viel verändern wird und das die Kultur vielleicht doch sehr anders ist als ich sie mir vorstelle. Ich will damit nicht sagen, dass ich langsam Angst vor dem Ganzen kriege. Ich will nur sagen, dass einem jetzt doch noch Sachen klar werden, von denen man vorher gedacht hat, das man dies schon längst realisiert hat. Es ist ein komisches Gefühl, weil man fühlt sich so unglaublich unvorbereitet, obwohl ich eigentlich seit 2 Monaten nur noch am vorbereiten bin und nichts Anderes mehr im Sinn habe.  Aber ich weiß schon jetzt, dass der Abschied, den ich hier vor mir habe um einiges einfacher wird, als der Abschied, den ich dort vor mir habe, denn dort erwartet mich eine andere Welt und hier gehe ich wieder ins Gewohnte über. Außerdem weiß ich hier, dass ich meine Familie sehr bald wiedersehen werde, bei meiner Gastfamilie und all meinen Freunden, die ich dort haben werde, ist dies eher ungewiss. Die Freude wächst…, allerdings kommen auch immer mehr Fragen auf, zum Beispiel, wie die Familie wirklich ist und wie ich mich integrieren kann und auch möchte, wie viel ich mich anpassen muss und ob ich das dann immer noch so doll will, wie jetzt. Ich weiß, dass ich mit dem Auslandjahr eine riesige Möglichkeit habe und werde versuchen die auch zu nutzen. Und daran auch sehr viel Spaß haben.

26.07

phylis | 26 Juli, 2008 23:32

So nun sind es nur  noch 4 Tage. Ich bin grade auf dem Weg zur Taufe von meinem Cousin. Nun kommt auch endlich die Aufregung.  Später werde ich dann so gut wie meine ganze Familie verabschieden . Es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass ich  alle 1 Jahr nicht mehr sehen werde. Klar werde ich alle vermissen, das sagt mir ja auch jeder, der mit über den Weg läuft.  Mit meiner Mutter ist die Beziehung noch intensiver geworden, obwohl ich niemals gedacht hätte, dass das noch möglich ist, da wir ja schon vor 2 Wochen jede Sekunde genossen haben.   Ich versuche jede Minute zu genießen und tue das auch. Das ist mir klar, doch trotzdem hab ich das Gefühl, dass mir die Zeit wegrennt, ich möchte noch so viel machen und schaffe so gut wie nichts mehr. Aber natürlich wächst auch die Vorfreude auf das Land mit dem unbegrenzten Möglichkeiten. Das wird wohl eines der größten und aufregendsten Erlebnisse, die ich machen werde. Und vor allem, es wird das erste Erlebnis, wo ich etwas ganz allein schaffe oder auch nicht schaffe. Klar macht mich das stolz, dass ich jetzt nicht mehr das kleine Kind bin, dass immer ein “Schulterklopfen” braucht, um sich wohlzufühlen, doch ich denke auch, dass dieser Weg noch nicht zu Ende gegangen ist, und dass es noch Zeit braucht, bis ich an diesem Punkt bin. Aber den ersten Schritt dazu gehe ich sehr bald. Und ich freu mich riesig drauf…

16.07

phylis | 16 Juli, 2008 23:31

Ich heiße Phylis Klempt und bin 16 Jahre alt. In 2 Wochen geht’s nun los,
mein ganz großes Abenteuer in die USA. Meine Gastfamilie hab ich schon bekommen und bin wirklich zufrieden mit ihr und hoffe natürlich auch, dass das so bleibt. Nun wird man natürlich von allen Seiten gefragt, ob man schon aufgeregt ist und wie man sich nun fühlt so kurz vor dem Aufbruch, doch ich muss immer alle enttäuschen, denn große Aufregung oder Angst hab ich gar nicht. Ich denke so richtig realisiert, dass es schon so bald losgeht hab ich auch noch nicht. Allerdings sind mir alle Menschen in meinem Leben schon in den letzten Wochen bedeutend wichtiger geworden, mit meiner Mutter streite ich mich ungefähr 5x am Tag, vertrage mich dafür aber umso schneller und es gibt kaum eine Minute ohne das ich in irgendeinem Kontakt zu Freunden stehe. Ich weiß, dass dieser Kontakt in den Staaten so gut wie abbrechen wird, oder zumindest sehr nachlassen wird und das macht es mir umso wichtiger jeden noch einmal zu sehen. Dies beruht auch auf Gegenseitigkeit. Inzwischen hat sich dadurch ein halber Marathon entwickelt, was ich noch alles machen kann, mit wie vielen Leuten ich noch etwas unternehmen kann und was mir daran besonders wichtig ist. Ich weiß gar nicht, ob ich das so gut finde, denn eigentlich ist es doch schöner, wenn man alles so in Erinnerung hat, wie es wirklich war und nicht nur wie es in den letzten Wochen war. Aber das hört sich auch wie ein lebenslanger Abschied an, was nun gar nicht stimmt. Ich denke das Jahr wird schnell zu Ende gehen, wahrscheinlich schneller als es mir lieb sein wird. Aber ich werde es genießen und bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet.

Herzlichen Glückwunsch!

phylis | 08 Februar, 2008 11:33

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